ORF macht Bleistätter Moor zum Erlebnis Österreich
Das Bleistätter Moor am Ossiacher See, künstlich angelegt, um den See von der einstigen Algenplage durch Einschwemmungen aus den landwirtschaftlichen Flächen, zu befreien, ist heute auch Europaschutzgebiet. Das Projekt, durchaus ein Jahrhundertprojekt ist ein Vorzeigeprojekt an Zusammenarbeit und Ergebnis. Grund genug für den ORF Kärnten ein „Erlebnis Österreich – Das Bleistätter Moor – Vom Moor zum Ackerboden zum Moor“ zu produzieren.
Die Vorpremiere fand gestern, Donnerstag, im Spiegelsaal der Landesregierung mit vielen geladenen Gästen statt.
„Naturschutz, Artenvielfalt, Gewässerreinhaltung, Tourismus, Landwirtschaft – 10,5 Millionen Euro-Investition, Land, Bund, Gemeinden, Wasserverbände – dieses Projekt ist nur durch die Zusammenarbeit aller zustande gekommen und wurde zum Vorzeigeprojekt und auch Europaschutzgebiet. Es ist ein Beispiel dafür, was wir mit Zusammenarbeit über alle Barrieren hinweg erreichen können. Ich danke dem ORF für sein Bemühen, das Entstehen dieses neuen Lebens- und Naturraumes und seine Geschichte, in Szene zu setzen. Dieses Erlebnis Österreich bringt uns die Natur näher, zeigt, dass und wie wir in Kärnten im Sinne der uns selbst auferlegten Enkelverantwortung auf die Natur achten und ursprünglich nur schwer machbar Erscheinendes auch erfolgreich umsetzen“,
so Kaiser bei der Vorpremiere des ORF Erlebnis Österreich im Spiegelsaal.
ORF Kärnten-Direktorin Karin Bernhard begrüßte neben dem Landeshauptmann LRin Sara Schaar, Landtagspräsidenten Reinhart Rohr, die Mitglieder des Landtages Markus Malle, Stefan Sandrieser, Ruth Feistritzer, Bundesrat Manfred „Waschi“ Mertel, Landesamtsdirektor-Stv. Markus Matschek und den Leiter der Umweltabteilung des Landes, Günther Weichlinger sowie den Projektleiter Bleistätter Moor Dipl.-Ing. Peter Krameter und viele andere, die mit der Entstehung des revitalisierten Bleistätter Moores zu tun hatten und haben.
„Wir wissen, wie aufwendig eine Universum-Sendung ist. Aber diese Großproduktion hatte ihre Herausforderungen und das Team hat hervorragend gearbeitet, sodass wir durchaus in die Nähe einer Universum-Produktion kommen“,
sagte Bernhard.
LRin Sara Schaar erinnerte an ihre Anfänge dieser großflächigen Revitalisierung.
„Es gibt sie, die Menschen in der Verwaltung, in der Politik und in der Wirtschaft – auch interdisziplinär – die immer an dieses Megaprojekt geglaubt haben, ihnen allen gilt mein großer Dank, dass eine solch einzigartige Naturschutzleistung umsetzbar war und nun auch in Form dieser filmtechnischen Dokumentationsleistung wunderbar festgehalten wurde. Es gab mit jedem Schritt der Umsetzung auch neue Erkenntnisse, aber es wurde von Beginn an mit voller Überzeugung daran gearbeitet, so dass es sogar inzwischen einige wohlverdiente Pensionierungen und Neuaufstellungen gegeben hat. So ein Projekt ist nie zu Ende und wir können bereits weitere Flächen ins Auge fassen, die in diese großflächige Revitalisierung und Sanierung einbezogen werden können“,
so Schaar.
Bereits nach kurzer Zeit wurde der neue Feuchtlebensraum von zahlreichen Tier- und Pflanzenarten wieder besiedelt, dazu kommen überdurchschnittlich viele Vogelarten (über 240), womit das vogelreichste Gebiet Kärntens als Alleinstellungsmerkmal entstanden ist. Das Bleistätter Moor war einst mit rund 600 Hektar eines der größten Moorgebiete Kärntens. Im Zuge der Hungerjahre in der Zwischenkriegszeit wurde das Moor trockengelegt, um es landwirtschaftlich zu nutzen. Dadurch wurden Nährstoffe und Düngemittel mit der Tiebel in den Ossiacher See gespült, was eine massive Algenplage zur Folge hatte und den Tourismus am See bedrohte.
So wurden ab 2016 im Mündungsbereich der Tiebel 75 Hektar größtenteils wieder geflutet. Die entstandenen Absetzbecken verringern den Eintrag von Schweb- und Nährstoffen in den Ossiacher See und heben somit wieder die Wasserqualität. Und nebenbei wurde das artenreiche Natur-, Landschafts- und Europaschutzgebiet mit dem „Slow Trail“ zu einer harmonischen Verbindung mit dem sanften Tourismus.